[S. 229]
|229| Willen, meine Entaüsserung ist vermittelt durch die seinige, nur darum will ich mich entaüssern, weil auch er seinerseits sich entaüssern will; und weil seine Negation meine Position wird. Es ist ein Tausch des Erklärens, nicht mehr der Sachen – aber er gilt soviel, als die Sache selbst. Beiden gilt der Willen des andern, als solcher. – Willen ist in seinen Begriff zurükgegangen.
Hier aber [tritt] diese Trennung ein, die ebensosehr in das Gegentheil umschlagen kann; das in sich gehen. Der Willen hat als solcher Gültigkeit, – er ist befreyt von der Wirklichkeit, eben darin, ist das Gegentheil – Einzelner und gemeinsamer Willen trennen sich; – jener als negativer des allgemeinen, Verbrechen nur insofern als ich anerkannt bin, mein Willen für allgemeinen für Willen an sich gilt; – nicht Beleidigung Verletzung vor dem Anerkennen. Oder der gemeinsame Willen hat im Vertrage nur positive Bedeutung für den meinigen, wie dieser für jenen, sie stimmen überein. – Aber sie können auch nicht übereinstimmen; ich kann den Vertrag einseitig brechen; denn mein einzelner Willen gilt als solcher; nicht nur insofern er gemeinsamer ist, sondern der gemeinsame Willen ist ja selbst nur, insofern mein einzelner gilt; – es ist beydes gleich wesentlich, mein einzelner so sehr wesentlich [als] die Gleichheit; mein einzelner ist Ursache – und der einzelne und Allgemeine erscheinen hier so auseinandertretend; daß mein Willen gilt, insofern er nur Willen ist, insofern ich noch nicht geleistet habe. Aber das Leisten ist das Daseyn, oder ist der seyende allgemeine Willen. – Es tritt also auseinander in der Vorstellung [der Willen] als allgemein geltender Willen, und der im Daseyn; jener gilt für diesen; und doch ist er nicht dasselbe.
Die Unterschiedenheit wirklich setzend, so breche ich den Vertrag; der andre anerkannte meinen nicht daseyenden Willen; – er war mit ihm zufrieden; das nicht daseyn, nicht geleistet haben sollte zwar aufgehoben werden, ein Sollen, aber er anerkannte das Sollen als Sollen; – gerade darin daß der Willen als solcher gilt, liegt die Gleichgültigkeit gegen das Daseyn und die Zeit. –92)
92) Am Rande: Widerspruch des Sollen, vorgestellten Daseyns

Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.