Die Positivität der christlichen Religion (1795/96)

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|211| der Theologen eingeschlossen, ihr Publikum war die ganze Christenheit, alle Stände, alle Alter, beide Geschlechter nahmen gleichen Anteil daran, und die Verschiedenheit in solchen Meinungen erregte den tödlichsten Haß, die blutigsten Verfolgungen, oft eine völlige Zerrüttung aller moralischen Bande und der heiligsten Verhältnisse. Eine solche Umkehrung der Natur konnte nicht anders, als sich aufs fürchterlichste rächen.

Was den Zweck betrifft, den sie dieser unendlichen Natur gaben, so war er von einem moralischen Endzweck der Welt weit entfernt, nicht nur auf die Ausbreitung der christlichen Religion eingeschränkt, sondern auf Zwecke, die eine einzelne Gemeinde, einzelne Menschen, besonders Priester sich setzten, die jedes Eigendünkel, Stolz, Ehrsucht, Neid, Haß und andere Leidenschaften ihm eingaben. Doch war es noch nicht Zeit zu der schöngemalten Vorsehungs- und Trosttheorie unserer Tage, die den Schlußstein unserer Glückseligkeitslehre ausmacht. Die Lage der Christen war größtenteils zu unglücklich, als daß sie viel Glückseligkeit auf Erden erwartet hätten, der allgemeine Begriff einer Kirche zu tief in der Seele, als daß das Individuum soviel für sich erwartet oder gefordert hätte. Aber desto stärker waren die Forderungen, die man machte, sobald man sein Interesse mit dem Interesse dieser Kirche in Verbindung setzen konnte. Sie verschmähten die Freuden der Welt und die Güter der Erde, die sie entbehren mußten, und fanden ihre reichliche Entschädigung im Himmel. An die Stelle eines Vaterlandes, eines freien Staats war die Idee der Kirche getreten, sie sich von jenem dadurch unterschied, daß – außerdem, daß in ihr keine Freiheit Platz haben konnte – jener vollendet sich auf Erden befand, diese hingegen mit dem Himmel aufs innigste in Verbindung stand, welcher dem Empfindungssystem der Christen so nahe war, daß das Hingeben aller Freuden und Güter keine Aufopferung scheinen konnte und nur denjenigen Zuschauern des Todes der Märtyrer außerordentlich vorkommen mußte, die jene Empfindung der Nähe des Himmels nicht kannten.

So hatte der Despotismus der römischen Fürsten den Geist des Menschen von dem Erdboden verjagt, der Raub der Freiheit hatte ihn gezwungen, sein Ewiges, sein Absolutes in die Gottheit zu flüchten, – das Elend, das [jen]er verbreitete, [hatte ihn gezwungen,] Glückseligkeit im Himmel zu suchen und zu erwarten. Die Objektivität der Gottheit ist mit der Verdorbenheit und Sklaverei der Menschen in gleichem Schritte gegangen, und jene ist

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