[S. 104]
Manuskript aus Bern (1795/96, Neufassung des Anfangs 1800), zu Lebzeiten nicht veröffentlicht; den Titel haben die Herausgeber gegeben. Text nach der Werkausgabe (Bd. 1), die der Erstausgabe der „Theologischen Jugendschriften“ (1907) folgt, mit den Zusätzen und der Neufassung des Anfangs. Überschriften in eckigen Klammern stammen von den Herausgebern.
Druckfassung (PDF): zum Ausdrucken und Mitnehmen – jede Seite der PDF enthält genau eine Druckseite, dazu ein breiter Rand für eigene Notizen.
Die Zahlen zwischen senkrechten Strichen, etwa |93|, markieren den Beginn einer Seite der gedruckten Ausgabe; so findet man die Stelle im eigenen Buch wieder.
In den Anmerkungen steht „Werkausgabe:“ vor Hinweisen der Herausgeber, „Fußnote Hegels.“ vor Hegels eigenen Anmerkungen und „Im Manuskript gestrichen:“ vor Text, den Hegel selbst gestrichen hat.
Querverweis: Voraus geht Das Leben Jesu, es folgt Der Geist des Christentums und sein Schicksal. Berührungspunkte mit den Grundlinien sind bei den einzelnen Abschnitten als Querverweis vermerkt, vor allem zu Kirche und Staat (§ 270), zum Vertrag (§ 75, § 258) und zur Gütergemeinschaft (§ 46).
Seite für Seite: Jede Webseite enthält genau eine Druckseite. Webseite 1 ist S. 104, Webseite 2 ist S. 105 usw.; die Webseite zu einer Druckseite hat also die Nummer „Druckseite minus 103“. Die Seitenzahl steht oben auf jeder Webseite in eckigen Klammern. Die erste und die letzte Seite sind nur zum Teil abgedruckt, weil der Text dort mitten auf der Seite beginnt oder endet.
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Inhalt
- [Die Positivität der christlichen Religion]
- Zustand der jüdischen Religion – Jesus
- Woher das Positive?
- Jesus spricht viel von seinem Individuum
- [Jesus spricht von sich] als vom Messias
- Wunder
- Positives von seinen Jüngern
- Zwölf [Jünger]
- Ausschickung derselben ins Land
- Auferstehung und Befehle nach seiner Auferstehung
- Was anwendbar in einer Gesellschaft ist, ist ungerecht in einem Staate
- Gemeinschaft der Güter
- Gleichheit
- Abendmahl
- Ausbreitungssucht
- Das Zum-Staat-Werden einer moralischen oder religiösen Gesellschaft
- Streit der Kirche mit dem Staate
- Vertrag der Kirche. Repräsentation, Aktiv-Bürger über die Lehre
- Vertrag mit dem Staate
- Welche Form die Moral in einer Kirche gewinnen muß
- Notwendigkeit der Entstehung von Sekten
- [Zusätze]
- [Neufassung des Anfangs]
[Die Positivität der christlichen Religion]
Querverweis: Was „positiv“ beim späten Hegel heißt, bestimmt § 3: das Recht ist positiv durch die Form staatlicher Geltung und durch geschichtlich bedingte Inhalte. Die Gegenüberstellung mit der Frühschrift lohnt sich.
(1795/96)
1)Man mag die widersprechendsten Betrachtungen über sie [sc. die christliche Religion] anstellen, von welcher [Art] sie seien, so werden immer viele Stimmen mit Anführung des Grundes sich dagegen erheben, eine solche Behauptung treffe zwar wohl dieses oder jenes System der christlichen Religion, aber nicht die christliche Religion selbst, und jeder setzt sein System als die christliche Religion und verlangt, daß jeder dies vor Augen habe. Die Behandlungsart der christlichen Religion, die zu unseren Zeiten im Schwange steht, die Vernunft und Moralität zur Basis ihrer Prüfung und den Geist der Nationen und Zeiten in der Erklärung zu Hilfe nimmt, wird von einem durch Kenntnisse heller Vernunft und gute Absichten sehr ehrwürdigen Teile unserer Zeitgenossen als wohltätige Aufklärung angesehen, die zum Ziele der Menschheit, zur Wahrheit und Tugend führe, von dem anderen, durch gleiche Kenntnisse und gleich wohlmeinende Zwecke respektablen, noch dazu durch das Ansehen von Jahrhunderten und der öffentlichen Macht unterstützten Teile für bare Verschlimmerungen ausgeschrien. – Noch mißlicher in einer anderen Rücksicht sind Untersuchungen der Art, wie sie der Gegenstand dieser Abhandlung sind; hat man nämlich in der Meinung christlicher Gelehrten auch nicht mit einem bloßen entweder selbstgeschaffenen oder längst verschwundenen Phantom von christlicher Religion zu tun gehabt, sondern wirklich eine Seite des Systems berührt, das der Gegenstand der Achtung und des Glaubens
1) Werkausgabe: Nohl S. 152-213; Schüler Nr. 53 (größter Teil vor 2. 11. 1795, Neuansatz und Schluß 29. 4. 1796). 19 Bogen (a bis t), es fehlt nur das erste Blatt. Die Überschriften sind im Ms Marginalien. Den Anfang hat Hegel am 24. 9. 1800 umgearbeitet, z. T. am Rand der alten Bogen (s. S. 217 ff.).
