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|108| und Jakobus mit Jesus von einigen Jahren zutrug; – Judas. Selbst in den letzten Augenblicken seines Aufenthaltes auf Erden, einige Augenblicke vor seiner sogenannten Himmelfahrt, zeigten sie noch die jüdische Hoffnung in ihrer ganzen Größe, daß er den israelitischen Staat wieder herstellen werde, Acta [Apg.] 1, 6). Jesus selbst wurde ein Opfer des Hasses der Priesterschaft und der gekränkten Nationaleitelkeit seines Volkes –
Woher das Positive?
Wie hätte man erwarten sollen, daß ein solcher Lehrer, der sich nicht gegen die eingeführte Religion selbst, sondern nur gegen den moralischen Aberglauben, durch die Beobachtung ihrer Gebräuche den Forderungen des Sittengesetzes Genüge geleistet zu haben, erklärte; der nicht auf eine auf Autorität gegründete Tugend (welches entweder ohne Sinn oder unmittelbar ein Widerspruch ist), sondern auf eigene freie Tugend drang, – daß ein solcher Lehrer Veranlassung zu einer positiven (auf Autorität gegründeten und den Wert des Menschen gar nicht oder wenigstens nicht allein in Moral setzenden) Religion geben würde! Diese Vorstellung, daß Jesus Lehrer einer rein moralischen, nicht positiven Religion gewesen sei; daß Wunder u. dgl. nicht die Absicht gehabt haben, Lehren zu begründen, die nicht auf Tatsachen beruhen können, sondern nur etwa Aufmerksamkeit durch solche auffallende Erscheinungen in einem fürs Moralische tauben Volke zu erregen; daß er manche Vorstellungen seiner Zeitgenossen – z. B. ihre Erwartungen von einem Messias, [ihre] Vorstellung der Unsterblichkeit unter dem Bilde der Auferstehung, daß sie heftige, unheilbare Krankheiten der Wirkung eines bösen mächtigen Wesens zuschrieben und dergleichen mehr -, daß Jesus diese Vorstellungen nur gebraucht habe, teils um ihnen einen edleren Begriff zu unterlegen, teils weil sie in keiner unmittelbaren Beziehung auf Moralität stehen; daß sie als Zeitideen nicht
