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|194| Genüge geleistet werden? Die Einbildungskraft ist mit jener Angebung einer übernatürlichen Ursache vollkommen zufrieden – ihr ist [das] gänzlich gleichgültig -, aber der Verstand verwirft ihr Gedicht und erlaubt ihr gar keine Einsprache bei der Frage über Realität oder Nichtrealität einer Vorstellung; es muß also ein höheres Vermögen, vor dem der Verstand selbst verstummen muß, ins Spiel gezogen werden, und der Glaube wird zu einer Sache der Pflicht gemacht und in ein Gebiet des Übersinnlichen verwiesen, worin der Verstand gar nicht mehr erscheinen darf; in dieser Rücksicht heißt glauben so viel, als einen Zusammenhang von Begebenheiten, der der Einbildungskraft gegeben ist und bei welchem der Verstand immer einen anderen sucht, aus Pflicht, d. h. hier aus Furcht vor dem gewaltigen Gebieter festhalten, den Verstand dabei zwingen, zu diesem Geschäfte, das ihm ein Greuel ist, noch selbst die Hände zu bieten und den Begriff von Ursache zu leihen, aber, sobald er da sich weiter einmischen will, sogleich seine Forderungen aus dem Bewußtsein fortzuschaffen, den der Einbildungskraft gegebenen Zusammenhang zum Bewußtsein zu bringen und durch dessen Festhaltung jenen keinen Raum zu geben.
Die praktischen Momente nun werden der Vernunft gegeben, um Forderungen derselben zu befriedigen; sie gehen nicht auf den Willen, um diesen zu Handlungen zu bestimmen, sondern auf die an den Willen und die Sinnenwelt Forderungen machende Vernunft, oder [auf das] Gesetz. Der Vernunft sind im System einer positiven Religion nur Forderungen an die Sinnenwelt erlaubt, die diese Religion zu befriedigen verspricht; Forderungen an den Willen macht das Gesetz des Gebieters, die positive Religion selbst, die hierin Unterstützung verspricht -: dieser Wille nämlich, der an seine Kraft keinen Glauben gehabt hat und mit der [Kraft], die er sich noch zutraut, die Angemessenheit zu dem Ideale, das ihm die positive Religion aufgibt, unmöglich erreichen zu können fühlt, erhält die Versicherung, Hilfe von oben und Unterstützung zu erhalten. – Bei diesem Glauben wird zum Bewußtsein erhoben und reflektiert über das, was der Möglichkeit eines positiven Glaubens überhaupt zum Grunde lag, die moralische Kraftlosigkeit und das Gefühl, eine obzwar noch vorstellende und von gegebenen Vorstellungen getriebene Maschine zu sein, – es wird reflektiert über unsere Unbekanntschaft mit der Stärke dieses Räderwerks, über die von uns oft erprobte Unfähigkeit, von gewissen Vorstellungen getrieben zu werden, und damit wird die Hoffnung verbunden, wie der erste Beweger dieses Werkes, als ein guter und mitleidiger Herr, sich dessen annimmt und ihm nachhilft, wo es in Stockung geraten will. Der im positiven
