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|184| sondern die Kirche hat auch unserer Art zu denken, zu empfinden und zu wollen unmittelbar die Gesetze vorgeschrieben, und die Christen sind wieder dahin gekommen, wo die Juden waren; das Charakteristische der jüdischen Religion – die Knechtschaft unter einem Gesetze, von der frei geworden zu sein die Christen sich so sehr Glück wünschen – findet sich auch wieder in der christlichen Kirche. Der Unterschied besteht zum Teil in den Mitteln, indem die religiösen Pflichten der Juden gewissermaßen auch Zwangspflichten waren, welches sie zum Teil in der christlichen Kirche auch sind, indem derjenige, der sie unterläßt, hier und da noch verbrannt, fast allgemein aber der Rechte seines Staats beraubt wird. Das vorzüglichste Mittel, das eigentlich doch auch bei den Juden stattfand, ist Wirkung auf die Einbildungskraft, nur daß die Vorstellungen, die bei beiden gebraucht werden, verschieden sind – bei den Christen sind vorzüglich
Schreckfeuer aufgesteckt auf hohen Türmen,
Die Phantasie des Träumers zu erstürmen,
Wo des Gesetzes Fackel dunkel brennt.8)
8) Werkausgabe: aus einer unterdrückten Strophe von Schillers „Resignation“
Der Hauptunterschied soll darin bestehen, daß die Juden mit ihren äußeren Zeremonien der Gottheit genug zu tun glaubten, den Christen hingegen es eingeschärft werde, daß es dabei allein auf die Gesinnung ankomme, mit der zwei Menschen die gleiche Handlung erreichten; – die Gesinnung des Christen nun ist ihm ganz genau vorgeschrieben, in der Heilsordnung ist nicht nur die Folge seiner notwendigen Erkenntnisse, die allerdings fähig sind, deutlich gemacht zu werden, aber auch die Folge der verschiedenen Gemütszustände, die sich aus jenen und auseinander entwickeln sollen, genau vorgezeichnet – und die Kirche gebietet diesen Kursus durchzumachen -, und daß auch in der christlichen Kirche noch der widersprechende Zusatz, Empfindungen zu gebieten, hinzukommt, da in dem Judentum doch nur Handlungen
