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|198| ihm Gesetze gegeben hätte; wo unsere Harmodiosse und Aristogitone, denen wir als Befreiern unseres Landes Skolien sängen? Die Kriege, welche Millionen Deutsche gefressen haben, waren Kriege der Ehrsucht oder der Unabhängigkeit der Fürsten, die Nation nur Werkzeug, die, wenn sie auch mit Erbitterung und Wut kämpfte, am Ende doch nicht zu sagen wußte: warum? oder was haben wir gewonnen? Die Reformation und die blutige Behauptung des Rechts, eine solche zu machen, ist eine von den wenigen Begebenheiten, an denen ein Teil der Nation ein Interesse genommen hat, und zwar ein Interesse, das nicht wie das an den Kreuzzügen mit der Erkaltung der Einbildungskraft verdunstete, sondern in dem das Gefühl eines bleibenden Rechts, des Rechts, in seinen religiösen Meinungen seiner selbst errungenen oder erhaltenen Überzeugung zu folgen, tätig war; aber außer der in einigen protestantischen Kirchen gewöhnlichen jährlichen Ablesungen der Augsburger Konfession, die jedem Zuhörer gewöhnlich Langeweile macht, und außer der kalten Predigt, die darauf folgt: welches ist das Fest, das das Andenken jener Begebenheit feierte? Es scheint, als ob die Gewalthaber in Kirche und Staat es gerne sähen, daß das Andenken, daß einst unsere Voreltern dieses Recht gefühlt und Tausende ihr Leben an die Behauptung eines solchen Rechts wagen konnten, daß das Andenken hieran in uns schlummere, ja nicht lebendig erhalten werde.
Wer mit der Geschichte der Stadt Athen, ihrer Bildung und Gesetzgebung unbekannt ein Jahr in ihren Mauern lebte, konnte aus den Festen sie ziemlich kennenlernen.
So ohne religiöse Phantasie, die auf unserem Boden gewachsen wäre und mit unserer Geschichte zusammenhinge, schlechterdings ohne alle politische Phantasie, schleicht unter dem gemeinen Volke nur hier und da ein Rest eigener Phantasie unter dem Namen Aberglauben herum, der als Gespensterglauben das Andenken eines Hügels erhält, auf welchem einst Ritter ihr Unwesen trieben, oder eines Hauses, wo Mönche und Nonnen spukten oder wo ein für ungetreu gehaltener Verwalter oder Nachbar noch keine Ruhe im Grabe gefunden hat, oder der als Geburt der Phantasie, die nicht aus der Geschichte schöpft, schwache oder böse Menschen mit der Möglichkeit einer Hexenkraft äfft, – dürftige und traurige Reste einer versuchten Selbständigkeit und eines versuchten Eigentums, welche vollends auszurotten als eine Pflicht der ganzen aufgeklärten Klasse der Nation vorgestellt wird und allgemeiner Ton ist, – durch welche Stimmung des feineren Teils der Nation, außer der Unbildsamkeit und Rauhigkeit des Stoffs selbst, die Möglichkeit, jenen Rest von Mythologie und damit die Empfindungsweise und Phantasie des Volks zu veredeln, völlig weggenommen
