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|138| und sie sind besser oder schlechter, je nachdem sie, um diese Gesinnung, die Handlung gebiert, welche teils den bürgerlichen, teils den moralischen Gesetzen angemessen ist, hervorzubringen, je nachdem die Religion [mehr] mit ihren Schrecken auf die Einbildungskraft und durch diese auf den Willen, oder mehr durch moralische Triebfedern wirken will. Werden die religiösen Anordnungen des Staats zu Gesetzen, so kommt er wieder nicht weiter als durch alle anderen bürgerlichen Gesetze, zur Legalität.
Was nun dem Staat unmöglich ist, die Menschen dahin zu bringen, daß sie aus Achtung für die Pflicht handeln – wenn er auch Religion zu Hilfe nimmt, wodurch er noch dazu die Menschen verführt zu glauben, in der Beobachtung dieser religiösen, vom Staat angeordneten Gebräuche der Moral selbst Genüge getan zu haben, und sie überredet, dies sei für den Menschen überhaupt genug -, dies haben immer sowohl im Kleinen als im Großen gute Menschen versucht.
Dies versuchte auch Jesus unter einem Volke, dem um so schwerer mit Moralität beizukommen war, in dem der Wahn, Legalität sei schon Moral, um so tiefer haftete, weil ihnen alle moralischen Gebote zugleich religiöse Gebote und überhaupt nur deswegen Gebote, nur deswegen verpflichtend waren, weil es Gebote Gottes waren. Wenn nun ein Israelite diese Gebote seines Gottes erfüllte, d. h. wenn er richtig seine Feste feierte, richtig seine Opfer verrichtete und seinem Gott den Zehnten gab, so hatte er alles getan, was er für seine Pflicht halten konnte; die Gebote aber, die zugleich auch moralisch sein konnten, waren auch Staatsgesetze, und solche konnten nichts weiter als Legalität herausbringen, und zu etwas weiter konnte ein frommer Israelite sich nicht verbunden glauben, weil er ja leistete, was die Gebote Gottes verlangten, Legalität. Der Zweck Jesu war, den Sinn für Moralität wieder zu erwecken, auf die Gesinnung zu wirken; deswegen legte er teils in Parabeln Beispiele rechtschaffener Handlungsarten vor, besonders im Gegensatz gegen das, was etwa ein bloß gesetzlicher Levite zu tun
