Die Positivität der christlichen Religion (1795/96)

[S. 167]

|167| gebunden war. Mit ihren eigenen Staatsgliedern, wenn diese insgesamt den Glauben ändern, kommt zwar der Staat und die Kirche bald zurecht, und die protestantischen Bürger und Bauern zahlen noch die gleichen Abgaben, Zinsen, Zehnten und unzählige andere Kleinigkeiten, die sie der katholischen Kirche zahlten; zum Gottesdienst der jetzigen Kirche müssen sie dies beitragen, welchen einzurichten und zu halten auch Geld erfordert wird, – und Geschenke einer Kirche machen oder ihr Rechte einräumen [mit der Bedingung, daß sie dieselbe bleibt], wäre gerade, als wenn jemand einen Platz an einem Fluß verschönern wollte mit der Bedingung, daß eben dieselben Wellen immer an dem Platze, den sie jetzt bespülen, bleiben sollen. – Wohl, aber für diesen Altar Wachskerzen noch zu bezahlen, wo keine mehr gebrannt und gebraucht werden, diesem Kloster noch diese Abgaben zu liefern, in welchem kein Prälat und keine Mönche mehr sind, und unzählige dergleichen Gerechtigkeiten und onera mehr waren doch eigentlich nur für den katholischen Gottesdienst und Glauben bestimmt; wenn dieser wegfällt, so fallen notwendig auch die darauf gegründeten Rechte weg, und dadurch, daß die Abgaben, die man der neuen Kirche entrichten muß, in dem gleichen Umfang und als auf dieselben Rechte gegründet wie in der alten Kirche erhoben werden, ist wenigstens eine große Ungleichheit in den Abgaben der Mitglieder einer Kirche beibehalten worden, die man nicht billig nennen kann. Soll sich die Verpflichtung der Kontribuierenden, der Lehensleute und Leibeigenen noch jetzt darauf gründen, daß sie ja dieser Abtei, diesem Kloster, dieser Pfarrei untertänig, mit diesen Abgaben verpflichtet war und, da die jetzige Kirche alles Eigentum und Rechte der vorigen übernommen habe, sie auch in diese eingetreten sei, so ging doch jene Verpflichtung nicht gegen die Individuen oder gar gegen die Gebäude dieser Abtei usw., sondern gegen sie als Mitglieder, als Beamte der katholischen Kirche, d. h. gegen die Kirche selbst, und da die Kontribuierenden nicht mehr in dieser sind, da die katholische Kirche hier nicht mehr ist, so

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